Katastrophenschutz probt den Ernstfall

Freitag, 14. Februar 2014

Dramatische Szenen am Freitag Abend in Pulsnitz: Eine Autofahrerin hat beim Zusammenstoß mit einem LKW einen Fußgänger angefahren. Die Person liegt unter dem Auto und scheint schwer verletzt zu sein. Der LKW selbst ist mit blauen Fässern beladen, aus denen eine unbekannte Flüssigkeit ausläuft. Ein Szenario, wie es auf deutschen Straßen jeden Augenblick wirklich geben könnte.

Unzählige Tonnen Gefahrgut sind jeden Tag auf den Straßen des Landkreises Bautzen unterwegs. Genau deswegen haben sich die Einsatzkräfte des Katastrophenschutzzugs Retten II des Landkreises Bautzen entschlossen, einen solchen Einsatz erstmalig unter realtiv ernsten Bedingungen zu proben. Schnell wurden die Aufgaben, entsprechend der Beladung der Fahhrzeuge und der Ausbildung der eigenen Kameraden aufgeteilt. Es ging darum, dieses umfangreiche Szenario fehlerfrei abzuarbeiten, ohne dass die Zeit eine übergeordnete Rolle spielte. Denn gerade im Zusammenspiel von mehreren Wehren, welche verteilt aus dem ganzen Landkreis kommen, ist die richtige Koordination wichtig. Das die Feuerwehren im Landkreis auf einem hohen Ausbildungsstand sind, ist in Fachkreisen bekannt.

Als erstes wurde die Drehleiter von Pulsnitz in Stellung gebracht, um die Einsatzstelle auszuleuchten. Anschließend rüsteten sich zwei Trupps mit schwerem Atemschutz aus, um die erste verletzte Person zu retten. Die zweite verletzte Person war jedoch unter das Vorderrad des PKW geraten und konnte nicht ohne technische Hilfe befreit werden. Auch die austretende Flüssigkeit war weiter ein Problem. Sofort konnten sich die Kameraden der Feuerwehr Bautzen-Mitte an die Vorbereitungen ihres gefährlichen Einsatzes machen. Mit Chemikalienschutzanzügen rüsteten sich die Einsatzkräfte aus, während die Feuerwehr Königswartha einen provisorischen Dekontaminationsplatz aufbaute. Unterdessen hatte ein Teil der Pulsnitzer Kameraden eine stabile Wasserversorung aus einen zirka 200 Meter entfernten Teich aufgebaut. Mittlerweile konnte für die blauen Fässer auch eine genaue Stoffbezeichnung durchgegeben werden. Nun wurden alle nötigen Maßnahmen eingeleitet, um das Austreten des Gefahrstoffes zu unterbinden. Um die eingeklemmte zweite Person aus dem Gefahrenbereich zu retten, wurde der PKW von beiden Seiten gegen ungewolltes Bewegen gesichert und anschließend mit Hebekissen nach oben gedrückt. Nachdem der Wagen sich etwas nach oben bewegte, konnten die Kameraden aus Pulsnitz die eingeklemmte Person unter dem Fahrzeug befreien und zur medizinischen Untersuchung übergeben. Nun mussten alle Einsatzkräfte, welche mit dem Gefahrstoff in Berührung gekommen waren auf dem Dekontaminationsplatz gereinigt und neu eingekleidet werden.

Aufgrund der Tatsache, dass es sich hierbei um eine Übung handelte, wurden manche Schritte nur angedeutet ? so zum Beispiel das Reinigen der Einsatzkleidung mit Wasser. Während dieser ganzen Übung waren stets Beobachter im Geschehen, welche sich kleinere Fehler notierten um diese bei einer Auswertung anzusprechen und im ernsten Einsatz abzustellen.

Foto und Text: blaulicht-paparazzo.de