Über Uns

Die Gründung

Gruppenfoto 100 Jahre FFw Pulsnitz

Inmitten des Lausitzer Granitmassivs liegt romantisch eingebettet in einer Senke der Westlausitzer Bergkette unsere Pfefferkuchenstadt Pulsnitz, die erstmals 1225 urkundlich erwähnt und im Jahre 1375 durch Kaiser Karl IV. Das Stadtrecht verliehen erhielt.

Sie wird umschlossen von drei Höhen, dem Eierberg, dem Schwedenstein und dem Ohorner Schleißberg. In der Ferne grüßt noch der Keulenberg und im Süden begrenzen die Wälder der Hufe das sich freundlich darbietende Landschaftsbild.

Weit über ihre Grenzen hinaus ist die Stadt bekannt geworden durch ihre großen Söhne Rietschel, Kühn und Ziegenbalg, und berühmt machte sie bereits zur damaligen Zeit die zunehmende weitere handwerkliche und industrielle Entwicklung durch ihre Leb- und Pfefferküchlereien sowie Erzeugnisse der heimischen Töpfereien.

Einen weiteren beachtlichen Aufschwung erfuhr die Stadt durch die im Jahre 1762 gegründete erste Bandfabrik. Bereits um 1800 wurden an über 100 Bandwebstühlen - so sagt die Chronik - wollene Bänder sowie feines, weißes holländisches, leinenes Körperband gefertigt, welches die Bandweber von Pulsnitz nicht nur auf Märkten und Messen in Leipzig und Frankfurt anboten, sondern auch ihre Artikel nach Polen, Russland, Schweden, Dänemark, Norwegen und Amerika sandten. - Das hatte zur Folge, dass die Bautätigkeit ständig zunahm und damit zugleich die industrielle Gebäudesubstanz zu größeren Werten innerhalb des Stadtgebietes führte.

Schon von alters her waren aber die Bewohner der Städte und Gemeinden aus der Notwendigkeit heraus bestrebt, ihr Anwesen, Hab und Gut und letztlich ihr Leben und ihre Existenz vor der Vernichtung durch Feuersbrünste oder anderen Gefahren zu bewahren. Die Stadtbrände und größeren Schadenfeuer in unserer Heimatstadt, insbesondere die gerade in der Vorweihnachtszeit aus den Brenn- und Backöfen züngelnden hellen Flammen aus den Schornsteinen in unmittelbarer Nähe der meist in Holzbauweise errichteten umliegenden Gebäude, zwangen folglich auch hier zu Überlegungen, geeignete Maßnahmen zur Verhütung von Bränden bzw. deren Bekämpfung zu ergreifen.

In Ermangelung einer geordneten organisatorischen Entwicklung auf diesem Gebiet, die in Deutschland im Gegensatz zu Frankreich und Japan erst in den Jahren nach 1840 begann, unterstützte man sich wohl in gegenseitiger Hilfe mit den einfachsten Mitteln. Entsprechend den seinerzeit herrschenden Verhältnissen und Möglichkeiten wurden auf Grund alter primitiver Feuerordnungen die Einwohner bei ausbrechenden Bränden durch Alarmsignale mittels Sturmläuten der Kirchenglocken, Hornrufe der Nachtwächter und später evtl. durch Trommelwirbel der Stadtgarden zur Hilfe aufgerufen.

Gleichzeitig wurden damit Feuermannschaften, die sich meist aus Handwerkern der Zünfte und Innungen zusammensetzten, aufgeboten. Wie in allen Städten, so hatten auch in Pulsnitz die Innungen der Handwerker aus ihren Reihen Mitglieder für den Löschdienst im Falle der Feuersnot zu stellen. Diese hatten das Drücken an den damaligen Ungetümen von Feuerspritzen und die Versorgung derselben mit Wasser durch Eimerketten, Fässer und Bottiche zu bewerkstelligen. Begreiflicherweise konnten jedoch diese in der Brandbekämpfung mangelhaft ausgebildeten Leute im Gefahrenfalle wenig Ersprießliches leisten; meist herrschte an den Brandstätten ein heilloses Durcheinander und größte Verwirrung, wodurch Plünderungen geradezu begünstigt wurden.

Mit der zunehmenden Industrialisierung in Deutschland in der Mitte des neunzehnten Jahrhunderts erwies sich auch, dass mit dem bisherigen Zunft- und Innungs-Pflichtfeuerlöschwesens in den größeren Städten wahrlich kein Staat mehr zu machen war.

Es drängte also auch auf diesem Gebiet der öffentlichen Ordnung alles auf Reformen hin. Der erste Durchbruch hierzu erfolgte auf dem heutigen Territorium des Freistaates Sachsen. Die erste Freiwillige Feuerwehr in Deutschland bildete sich am 17. Juli 1841 in Meißen und gab den Anstoß zur Bildung weiterer solcher Verbände in anderen deutschen Städten. In Leipzig gründete sich im Jahre 1846 eine Freiwillige Turnerfeuerwehr, 1848 die Wehr in Görlitz und 1849 in Neustadt/Sa. Die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Pulsnitz , welche 1867 gegründet wurde, ging, wie viele andere Feuerwehren in Deutschland, aus einem Turnverein hervor.